Theater lesen KW19

von priselotta

Diese Woche gab es ein paar interessante Artikel übers Theater.

In Hamburg zieht das Theater raus in die Stadt, nächlich rein ins Problemviertel Veddel. Das Schauspielhaus versucht dort mit den Einwohnern, die größtenteils Migranten sind, eine gemeinsame Kunst- und Kulturstätte zu errichten – in einer alten Kirche, in der selbstverständlich die Bänke rausgenommen und Teppich ausgelegt wird. „Sie machen Kultur mit Mitteln der Sozialarbeit oder Sozialarbeit mit Mitteln der Kultur, so genau lässt sich das nicht immer unterscheiden.“ (ZEITonline)

Ebenfalls raus aus dem eigenen Theater und hinein in die romantischste Stadt Paris zieht es Teile des Berliner Schaubühne-Ensembles. Begleitet wird ihr Gastspiel vom ZEITmagazin und es entsteht eine wunderbar sensible Reportage.

Nicht direkt ums Schauspiel, aber um die Fotografie und das Inszenieren authentischer Bilder, geht es in dem ZEITmagazin-Interview mit Tomaso Baldessarini. Ihm geht es nicht darum, den Menschen in seinen Portrait, die kleinen Makel wegzuretuschieren, sondern genau darum sie herauszuarbeiten. Neben einem guten Foto ist Photoshop ist für ihn ein Werkzeug, um Persönlichkeit und Ausdrucksstärke herauszuholen.

Auf der re:publica: in Berlin erlaubten sich die Künstler des Peng! Collective einen kleinen Scherz: Sie gaben sich als Google-Vertreter aus und stellten absurde Neuerungen des Nutzungsbereichs vor. Wer hätte nicht gerne eine App, die erkennt, wenn man eine Umarmung braucht und einen dann zu einem anderen, der auch eine Umarmung braucht, führt? Wer hätte nicht gerne eine App, die auf die Kinder aufpasst? Alles zum Glück nur Show.

Zum Schluss gibt es hier ein Interview mit dem Regisseur Jakob Lasse auf ZEITonline. Sein Film Love Steaks wurde für den Deutschen Filmpreis nominiert und ist ein Experimentmischung aus Struktur und Ordnung perfektes Schauspiel herauszukitzeln, aber lest selbst.

Das wars für heute. Ich hoffe, die Artikel konnten euren Horizont erweitern.

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Der Anfang einer Weltkarriere

Das streben wir an: eine Weltkarriere! Okay, das muss man natürlich mit einem Augenzwinkern betrachten, aber Übermut, Elan und Enthusiasmus gehören schließlich zum guten Ton einer ausgelassenen Jugend – oder auch nur zu einer hinternsitzenden Facebookgeneration. Auf dem Hintern sitzt man auch an unseren Lieblingsorten: den Theatern dieser Welt, zumindest, wenn man es vorzieht, im Zuschauerraum Platz zu nehmen. Dagegen kann der Hintern auf der Bühne noch ganz anders zum Einsatz kommen.

Wir wollen an dieser Stelle gar nicht anfangen, darüber zu sinnieren, was das Theater ist, was es kann oder gar was es für uns bedeutet, denn das würde den Rahmen dieses ersten Blogposts sprengen. Lediglich eins lasst gesagt sein: Das Theater ist mehr als ein verstaubtes, über/untersubventioniertes Stadtdenkmal. Es ist lebendig. Es entsteht überall und zu jeder Zeit in uns selbst und in allen anderen Menschen auch.

Jungen Leuten das Theater näher bringen, mit Klischees aufräumen und einfach Spaß am Theater vermitteln – das ist unser Ziel. Wir wollen einfach zeigen, dass es mehr gibt als schnöde Hamlet-Inszenierungen oder überkandidelte, mysthische Schauspieler. Künstler sind auch nur Menschen.

Wir werden über aktuelle Produktionen informieren, Rezensionen schreiben, Interviews führen und Essays verfassen. meaning [of] theatre. Sinn und Unsinn von Theater.